Naturpark-Schule Mittelschule Ensdorf

„Naturpark-Schule“ ist eine bundesweite Auszeichnung des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN), die die einzelnen Naturparke im Namen des VDN an Schulen in ihrem Naturpark verleihen können. Das Thema „Naturpark-Schule“ soll als Schulentwicklungsvorhaben umgesetzt und in Abstimmung mit den Zielen und Aufgaben des Naturparks im Schulprogramm bzw. dem Leitbild der Schule verankert werden. Die Ziele der Zusammenarbeit mit dem Naturpark sollen unter Berücksichtigung der Aufgaben des Naturparks und der Besonderheit der Schule und der Region definiert werden. Der Naturpark unterstützt die Behandlung des Themas „Naturparkschule“ in der Schule mit Texten, Bildmaterial, Lernmaterialien und Unterrichtsbeispielen. Außerdem ist an Exkursionen im Naturpark, Projekttage und andere Veranstaltungen gedacht. 

Der Naturpark Hirschwald hat im Juli 2018 eine Kopperation mit der Mittelschule Ensdorf geschlossen. Sie finden dazu Informationen auch auf den Internetseiten der Schule: www.mittelschule-ensdorf.de. 

Waldführung mit Förster Werner Lang

Förster Werner Lang ist beim AELF Amberg für die Waldpädagogik zuständig. Er unternahm im November 2018 mit den Schülern der 9.Klasse der MIttelschule Ensdorf eine Waldführung im Hirschwald. Die Schüler schrieben dazu folgenden Bericht:

„Wie sieht der Wald der Zukunft aus?

Die Neuntklässler der Mittelschule Ensdorf gingen dieser Frage nach und trafen sich hierzu mit Förster Werner Lang im Naturpark Hirschwald. 2018 war ein warmes und sehr trockenes Jahr mit der Folge, dass die Bäume zu wenig Wasser bekamen und es Probleme beim Anpflanzen gab. Die Fichte, die ursprünglich aus dem Hochgebirge stammt, braucht ein kühleres Klima und als Flachwurzler Wasser. Bei einem solchen Klima wie heuer ist sie geschwächt und der Borkenkäfer kann sich sehr gut vermehren. Dann hilft nur das schnelle Abholzen der befallenen Fichten.

Welche Bäume sollte man dann bei der Aufforstung pflanzen? Welche trotzen dem Klimawandel?

Die Zahl der Nadeljahrgänge ist ein Kriterium für die Vitalität des Baumes – je mehr Jahrgänge, desto gesünder der Baum. Früher befanden sich bei der Fichte sieben bis zehn Jahrgänge der Nadeln am Baum, derzeit sind es nur drei bis vier. Bei der Kiefer haben sie sich von vier bis fünf auf ein bis zwei reduziert. Eine Veränderung ist somit klar auszumachen. Laut Werner Lang sollte man möglichst viele Baumarten pflanzen. Keiner weiß, wie tolerant die einzelnen Baumarten gegenüber dem veränderten Klima sein werden. Bäume wachsen langsam – diejenigen, die unsere Nachfahren in 100 Jahren abholzen wollen, müssen wir jetzt pflanzen. Wir haben aber keine Zeit mehr jahrelang Versuche durchzuführen und neue Baumarten zu züchten. Zudem hängt es von politischen Entscheidungen ab, wie schnell sich das Klima verändern wird. Wir werden zukünftig mit neuen Schädlingen und Pilzen konfrontiert werden. Immer häufiger haben wir es mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun, der aber forstwirtschaftlich nicht relevant ist. Ein Pilz macht seit mehreren Jahren den Eschen zu schaffen – sie verlieren ihre Blätter und sterben ab.

Was passt aber jetzt in Ihren Wald? Hierbei hilft Ihnen der Förster, der einerseits das nötige Knowhow mitbringt, andrerseits mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet ist. Karten mit verschiedenen Anwendungen zeigen zum Beispiel an, welcher Baum in 50 Jahren hier noch gut wachsen oder welche Baumart gefährdet sein wird. Dank GPS kann man jeden Waldabschnitt genau orten. Früher war übrigens die Buche der häufigste Laubbaum bei uns im Hirschwald. Für die Eisenherstellung wurde sie genauso wie die Kiefer abgeholzt. Die Fichte kam daraufhin öfter zum Vorschein. Aber der Baum der Zukunft wird sie wohl eher nicht sein.“

Lehrerfortbildung

Am 25. September trafen sich Mitglieder des Lehrerkollegiums und der Schulleitung der Mittelschule Ensdorf mit Naturpark-Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager. Am Anfang stand eine ca. 90-minütige Wanderung von Ensdorf aus in den Hirschwald. Die Geschäftsführerin stellte den Teilnehmern dabei den Naturpark und seine Aufgaben und Projekte vor. Anschließend traf man sich noch in der Geschäftsstelle zu einer Runde „Brainstorming“. Anhand des Lehrplans für bayerische Mittelschulen wurden Anknüpfungspunkte zum Naturpark Hirschwald gesucht und auch zahlreich gefunden. Für praktisch jedes Fach wurden Ideen gesammelt, die dann in den einzelnen Jahrgangsstufen umgesetzt werden sollen. Viele der Ideen eignen sich auch hervorragend, um fächerübergreifend zu arbeiten. Die Teilnehmer bekamen die Hausaufgabe, die Themen in Abstimmung mit dem Lehrplan konkret zu formulieren. Die Geschäftsführerin des Naturparks wird sich in enger Abstimmung mit der Schule und dem Schulträger um die Umsetzung kümmern.

Mittelschule Ensdorf gestaltet ein Banner für die Luftnacht in Amberg

Foto: Naturpark Hirschwald

„Luft ist normalerweise nicht greifbar, nicht sichtbar, nicht fühlbar, nicht hörbar. Nicht so in Amberg! Alle zwei Jahre steigt die große „Luftnacht im Luftkunstort Amberg“. Nirgends sonst kann man an einem Abend die Luft mit so vielen Sinnen gleichzeitig erleben wie in der preisgekrönten langen Kunst- und Einkaufsnacht“ (Quelle: Luftmuseum).

Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Luftnacht in Amberg konnten Banner bemalt werden, die in der Fußgängerzone quer über die Straße aufgehängt wurden. So konnten die Besucher durch eine Art Freiluft-Kunstausstellung spazieren. Die Mittelschule Ensdorf bewarb sich auch um ein Banner und ließ dieses am Schulfest im Juli von Schülern, Eltern und Lehrern in den Naturparkfarben bemalen. So entstand ein „grünes Kunstwerk“, das bei der Luftnacht hervorragend zur Geltung kam.

Naturpark Hirschwald und Mittelschule Ensdorf schließen einen Kooperationsvertrag

Die Mittelschule Ensdorf und der Naturpark Hirschwald wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Dazu wurde kürzlich im Rahmen des Schulfests an der Mittelschule ein Kooperationsvertrag zwischen Naturpark, Schule und Schulträger unterschrieben. Der Vertrag ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und kann verlängert werden. Im Rahmen der Kooperation wird angestrebt, dass die Schule als „Naturpark-Schule“ ausgezeichnet wird. „Naturpark-Schule“ ist eine bundesweite Auszeichnung des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN), die die einzelnen Naturparke im Namen des VDN an Schule in ihrem Naturpark verleihen können. Das Thema „Naturpark-Schule“ soll als Schulentwicklungsvorhaben umgesetzt und in Abstimmung mit den Zielen und Aufgaben des Naturparks im Schulprogramm bzw. dem Leitbild der Schule verankert werden. Die Ziele der Zusammenarbeit mit dem Naturpark sollen unter Berücksichtigung der Aufgaben des Naturparks und der Besonderheit der Schule und der Region definiert werden. Der Naturpark unterstützt die Behandlung des Themas „Naturparkschule“ in der Schule mit Texten, Bildmaterial, Lernmaterialien und Unterrichtsbeispielen. Außerdem ist an Exkursionen im Naturpark, Projekttage und andere Veranstaltungen gedacht. Folgerichtig wurde in das Leitbild der Mittelschule Ensdorf der Passus aufgenommen: „Als Naturparkschule kooperieren wir mit dem Naturpark Hirschwald mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler nach den Kriterien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung originale Natur-, Kultur- und Heimaterfahrungen in ihrem direkten Umfeld zu ermöglichen und Kenntnisse über den Naturpark zu vermitteln.“

Im Vorfeld hatten sich die Projektpartner schon anhand des neuen Lehrplans für bayerische Mittelschulen Gedanken über gemeinsame Projekte und Unterrichtsthemen gemacht.

Der Kooperationsvertrag wurde im Rahmen des Schulfests unterzeichnet, bei dem schon eine erste gemeinsame Aktion durchgeführt: Kinder, Eltern und Besucher bemalten gemeinsam ein Banner in den Naturparkfarben, das im Herbst bei einer Veranstaltung des Luftmuseums Amberg zum Einsatz kommt.